Systemische Tieraufstellungen – wie geht das?

Die Vorgehensweise einer Systemischen Tieraufstellung ist im Prinzip die selbe wie beim Menschen.

Wer schon mal eine Familienaufstellung oder eine Business-Aufstellung mitgemacht hat, kennt die Vorgehensweise, dass Menschen als Stellvertreter aufgestellt werden und stellvertretend für die Person oder das Thema, das sie in der Aufstellung repräsentieren, wahrnehmen und empfinden. Diese Vorgehensweise der Aufstellung ist auch für die Aufstellungen mit Tieren möglich.

Es gibt jedoch auch andere Alternativen, die ich für meine Arbeit bevorzuge. Verschiedene Dinge können als Stellvertreter verwendet werden:

Stühle

Bodenanker (beschriftete Zettel, die auf den Boden gelegt werden)

Figuren

Andere Gegenstände, die gerade greifbar sind (z. B. Münzen, Steine, Putzbürsten, Hundespielzeuge etc).

Wie gehe ich vor? Wie läuft eine Aufstellung ab?

Eine Aufstellung läuft nach einem bestimmten Ritual ab, und doch entwickelt sich jede Aufstellung individuell und führt nicht selten zu überraschenden, nicht erwarteten Ergebnissen. Ich folge bei den einzelnen Schritten meiner Intuition und vertraue auf die Selbstheilungskräfte des Systems.

Im ersten Schritt formuliere ich das Thema, das Anliegen, die Frage bzw. das Ziel der Aufstellung, damit dann auch klar ist, worauf sich die Informationen der Aufstellung genau beziehen. Wenn Sie eine Aufstellung bei mir in Auftrag geben, kläre ich das in einem Vorgespräch mit Ihnen ab.

Dann wähle ich intuitiv die Stellvertreter aus, z. B. einen Stuhl für das Tier, einen zweiten Stuhl für den Menschen und evt. noch einen dritten Stuhl für ein Symptom oder ein Verhalten des Tieres, je nachdem was das Thema der Aufstellung ist. In der Regel konzentriere ich mich zu Beginn der Aufstellung auf zwei bis drei Elemente, um den Überblick zu behalten. Weitere Aspekte, Lebewesen können auch während der Aufstellung jederzeit hinzugenommen werden, wenn es sich herausstellt, dass sie für Lösung wichtig sind.

Ich nehme die Stellvertreter (also hier die Stühle) nacheinander einzeln in die Hand und platziere sie intuitiv im Raum. Dabei vertraue ich ganz auf meine Intuition und versuche, das bewußte Denken so gut es geht auszuschalten. Es ist nicht wichtig zu wissen, warum der Stuhl für das Tier an dieser und der Stuhl für den Menschen an jener Position steht. In diesem Moment geht es auch nicht darum, zu bewerten oder zu analysieren. Das Bild soll wie die Darsteller und Requisiten in einem Theaterstück auf der Bühne die Ist-Situation darstellen. Es ist, wie es ist.

Danach schaue ich mir dieses Bild von außen an, wie ein Theaterbesucher aus dem Publikum, und beobachte: Wie stehen die Stellvertreter/Aspekte zueinander? Was fällt jetzt schon auf? Was ist im Hinblick auf das Ziel schon förderlich, was eher hinderlich?

Im nächsten Schritt wechsele ich aus dem Publikum auf die Bühne. Ich gehe nacheinander auf die verschiedenen Plätze und fühle mich auf dieser Position ein. Ich übernehme sozusagen die Rolle der einzelnen Stellvertreter und nehme repräsentativ wahr. Dabei achte ich darauf, wohin mein Blick fällt. Sehe ich als Tier in Richtung meines Menschen oder ganz woanders hin? Ich beobachte, was in mir passiert. Welche Gefühle kommen auf? Wie ist der Atem? Gibt es Verspannungen im Körper? Fühle ich mich wohl an diesem Platz? Welche Gedanken tauchen auf? Welche Impulse bekomme ich? Fällt mir plötzlich ein unangenehmes Erlebnis beim Verladen in den Pferdehänger ein? Oder muss ich an einen Hund denken, der kürzlich verstorben ist? Das wiederhole ich so für alle aufgestellten Stellvertreter. Oftmals erhalte ich dadurch bereits wertvolle Hinweise auf Hintergründe oder Lösungsmöglichkeiten.

Danach verlasse ich die “Bühne“ und schlüpfe in die Rolle eines Zuschauers. Ich überlege, ob etwas an der Position der Stühle verändert werden sollte, ob etwas fehlt, ob noch etwas dazu gestellt werden muss. Erfahrungsgemäß ist es oft sinnvoll, Mensch und Tier so zu einander zu drehen, dass sie sich anschauen. Was zu einer Lösung beitragen kann, ist jedoch in jeder Aufstellung sehr unterschiedlich und individuell.

Dann nehme ich diese Veränderungen vor und fühle mich wieder in die einzelnen Stellvertreter ein. Vielleicht spüre ich dann bereits, dass sich die Situation für alle Beteiligten verbessert hat, dass ich ein friedliches, entspanntes Gefühl in der neuen Konstellation habe. Ziel ist es, dass jeder im System einen guten Platz bekommt.

Je nach Thema überlege ich mir auch heilende Sätze und spreche diese in der Aufstellung aus, z. B. „Ich sehe deine Wut!“, „Ich achte dein Schicksal!“, „Endlich sehe ich dich!“, „Es tut gut, dich zu sehen“ usw. Oft ist es so, dass die sogenannten „Probleme“ sich so vehement bemerkbar machen, weil sie endlich gesehen werden wollen. Wenn dieser Prozess des Wahrnehmens und Anerkennens in der Aufstellung stattfindet, kann sich die Situation im Äußeren weiterentwickeln und im Idealfall lösen.

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